Großhandel


Unter einem Großhandel versteht man die Tatsache, dass ein Unternehmen nicht an Endkunden liefert, sondern direkt an weitere Firmen. Der Handel läuft sozusagen von Geschäft zu Geschäft (auch "B2B" genannt) ab. Die Abnehmer des Großhandels sind Einzelhandelsfirmen (Einzelhändler), Gastgewerbe, nachgelagerte, regionale Großhändler oder weiterverarbeitende gewerbliche und industrielle Betriebe.

Großhandel im institutionellen Sinne, auch als Großhandelsunternehmung, Großhandelsbetrieb oder Großhandlung bezeichnet, umfasst jene Institutionen, deren wirtschaftliche Tätigkeit ausschließlich oder überwiegend dem Großhandel im funktionellen Sinne zuzurechnen ist. In der amtlichen Statistik wird eine Unternehmung oder ein Betrieb dann dem Großhandel zugeordnet, wenn aus der Großhandelstätigkeit eine größere Wertschöpfung resultiert als aus einer zweiten oder mehreren sonstigen Tätigkeiten.

Unter den berühmt berüchtigten Großhandels-Konditionen versteht man die Einkaufs-Preise bei einer größeren Abnahmemenge. Diese Menge entsteht dadurch, dass ein Großhandel deutlich mehr Waren in den Umlauf bringen kann als ein Zwischen- oder Einzelhändler.

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Funktionen des Großhandels (Auszug Wikipedia)

Zeitüberbrückung auch als Lagerhaltung bezeichnet

Der Großhändler überbrückt (mit Gewinn) die Zeit zwischen Herstellung und Verwendung durch Lagerhaltung.

Mengenumverteilung

Absatzgroßhandel

Der Großhändler kauft große Mengen ein und verkauft kleine Mengen weiter.

Kauf in großen Mengen, Absatz in kleinen Mengen.

Ankaufgroßhandel

Der Großhändler kauft kleine Mengen ein und verkauft große Mengen weiter.

Beispiel landwirtschaftliche Erzeugnisse:

Die Molkerei kauft von vielen Bauern kleine Mengen Milch, um aus der großen Menge Milcherzeugnisse herzustellen.

Beispiel Recycling:

Der Schrotthändler kauft von vielen Handwerkern Metalle, um die große Menge Schrott an einen Weiterverarbeiter zu verkaufen.

Sortimentsgestaltung

Der Händler stellt aus dem häufig engen Sortiment verschiedener Hersteller sein eigenes Sortiment nach dem Bedarf seiner Kunden zusammen.

Veredelung

Alle Nebenleistungen des Händlers die das Produkt Verkaufsreif machen und das Produkt nicht vollständig verändern. (Im Gegensatz zur Nebenleistung wird bei der wesentlichen Leistung das Produkt produziert bzw. erzeugt.)

Beispiele:

Kaffee rösten (das Mahlen des Kaffees, verändert das ursprüngliche Produkt so stark, dass es sich dabei nicht mehr um Veredelung handelt)

Faule Früchte aussortieren

Früchte reifen lassen

Wein reifen lassen

Servicefunktion auch als Beratungsfunktion bezeichnet

Der Handel informiert und berät über Eigenschaften, Anwendungsmöglichkeit, Bedienung und Wartung der Produkte.

Markterschliessung

Absatzpolitische Maßnahmen tragen dazu bei, das Produkt in den Markt einzuführen.

Absatzfinanzierung

Absatzfinanzierung ist der Verkauf von Waren auf Rechnung. Der Händler gewährt dem Kunden einen Kredit über den Zeitraum zwischen der Übergabe der Ware und dem auf der Rechnung angegebenen Zahlungszeitpunkt (Zahlungsziel).

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Umsatz im Großhandel liegt jährlich bei rund 600 Mrd. €. und bietet ca. 1,2 Millionen Menschen Arbeitsplätze.